Innere Unruhe bei Frauen: Warum Abschalten sich wie Arbeit anfühlt
- 4. Mai 2024
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Mai

Es ist 21:47 Uhr. Die Kinder schlafen, die Küche ist aufgeräumt, das Haus ist still. Du sitzt auf der Couch ... endlich. Eine Minute später greifst du zum Handy. Ohne Entscheidung. Einfach so.
Du weißt, dass du müde bist. Du weißt sogar, dass du genau das nicht willst. Und trotzdem scrollst du. Öffnest Mails. Wischst weiter. Das ist keine Schwäche. Das ist auch nicht deine Persönlichkeit. Es ist ein Zustand, in dem dein System gelernt hat zu leben.
Die meisten Frauen, die zu mir kommen, haben eine sehr klare Diagnose an sich selbst
Sie haben Podcasts gehört. Bücher gelesen. Manche hatten Therapie. Sie wissen genau, woher ihre Unruhe kommt. Sie können dir ihre Kindheit, ihre Muster und ihr Nervensystem erklären, als hätten sie Psychologie studiert. Und trotzdem sitzen sie um 21:47 Uhr auf der Couch und scrollen.
Wenn ich sie frage, warum sie zu mir kommen, kommt bei fast allen derselbe Satz:
„Ich verstehe alles. Aber es ändert sich nichts. Am Ende des Tages hab ich das Gefühl, nichts geschafft zu haben - in diesem Hamsterrad gefangen zu sein!“
Dieser Satz ist der eigentliche Grund, warum ich diesen Blog schreibe.
Unruhe ist keine Emotion. Sie ist ein Zustand.

Das ist der Teil, den die meisten Selbsthilfe-Inhalte unterschlagen und der die ganze Arbeit verändert, sobald er klar ist: Emotionen kommen und gehen. Wut, Traurigkeit, Angst – das sind Bewegungen in deinem System. Sie haben einen Anfang und ein Ende. Unruhe ist anders. Unruhe ist kein Gefühl, das auftaucht und wieder geht. Unruhe ist der Grundton, auf den dein Nervensystem eingestellt ist. Der Modus, aus dem heraus du die Welt wahrnimmst.
Wenn dein System viele Jahre gelernt hat: „Entspannung ist nicht sicher. Stillsein ist nicht erlaubt. Erst fertig machen – dann Ruhe.“ – dann kannst du dir noch so viele Bücher über Selbstfürsorge kaufen. Die Bücher ändern deinen Grundton nicht. Zustände ändern sich nicht durch Nachdenken. Zustände ändern sich durch wiederholte Erfahrung von einem anderen Zustand.
Genau da setzte ich mit meiner Begleitung für Frauen an.
Warum Reden allein das Problem nicht löst
Ich bin keine Therapeutin und ich will auch keine sein. Was ich kann: Frauen aus dem Verstandes-Kreis rausholen, in dem sie sich oft sehr klug eingerichtet haben.
Reflexion ist wertvoll. Aber Reflexion findet im selben Teil deines Gehirns statt, der die Unruhe beobachtet. Du kannst also ewig über deine Unruhe nachdenken – ohne sie je zu verlassen. Du bleibst in einer klugen, reflektierten Version desselben Zustands.
Was dein System braucht, ist nicht mehr Einsicht. Es braucht einen neuen körperlichen Referenzpunkt. Einen Moment, in dem es spürt: „Oh, das hier ist auch möglich.“ Und ja, dieser Moment fühlt sich am Anfang oft fremd an. Manchmal sogar unangenehm. Weil dein System Ruhe nicht als Ziel kennt, sondern als Leere, die es schnell wieder füllen will.
Was in einer Session mit MET Klopfen wirklich passiert
Wenn eine Frau zu mir in die Praxis nach Graz kommt oder online über Zoom, was viele Klientinnen wählen – reden wir zu Beginn kurz darüber, was gerade da ist.
Dann beginnen wir mit der MET Klopftechnik.
MET steht für Meridian-Energie-Technik

Konkret: Wir beklopfen bestimmte Punkte an Gesicht, Schlüsselbein und Hand, während wir uns gleichzeitig dem zuwenden, was gerade belastet. Das klingt unspektakulär, und das ist es auch. Kein Voodoo. Kein Wunder. Keine Trance.
Was passiert, ist neurophysiologisch erklärbar: Dein System bekommt einen körperlichen Reiz, während es in einem aktivierten Zustand ist. Diese Kombination – Fokus plus Reiz – erlaubt dem Nervensystem, aus der Anspannung herauszutreten.
Was meine Klientinnen nach der ersten Session oft sagen:
„Ich fühle mich leichter, aber ich kann nicht genau sagen wieso.“
„Mein Kopf ist zum ersten Mal seit Wochen ruhig.“
„Ich hab gemerkt, wie angespannt ich eigentlich war.“
Der letzte Satz ist oft der wichtigste. Viele Frauen spüren ihre eigene Anspannung erst dann, wenn sie für einen Moment wirklich weg ist.
Eine Klientin, die Transformation durch MET Klopfen illustriert
Eine Frau, die ich seit einem Jahr begleite – ich nenne sie hier Sabine – kam zu mir mit dem Satz: „Ich funktioniere. Ich bin erfolgreich. Und ich schaffe es nicht, eine halbe Stunde auf der Couch zu sitzen, ohne dass ich nervös werde und etwas tun will.“
Sie hatte zwei Jahre Gesprächstherapie hinter sich. Sie konnte ihre Geschichte perfekt erzählen. Alleinerziehende Mutter, früh viel Verantwortung, keine Zeit für kindliche Gefühle.
In der ersten Session haben wir nicht über ihre Geschichte geredet. Wir haben geklopft, während sie sich eine ganz banale Szene angesehen hat: abends auf der Couch, das Gefühl, aufstehen zu müssen. Was auftauchte, war keine Erinnerung. Es war ein körperliches „Ich darf nicht.“ Sehr alt. Sehr still.
Drei Sessions später schrieb sie mir: „Ich habe gestern Abend fast 40 Minuten einfach auf der Couch gelegen...ohne Handy. Ich war nicht glücklich. Aber ich war auch nicht unruhig. Das gab es vorher nicht.“
Das ist der Grund, warum ich diese Arbeit mache. Nicht für die großen Durchbrüche. Für die 40 Minuten.

Eine Übung für die nächsten 90 Sekunden
Damit das hier nicht bei Theorie bleibt, eine Mini-Version dessen, was wir in Sessions machen. Du brauchst dafür nur dich und anderthalb Minuten.
1. Setz dich aufrecht hin. Beide Füße auf dem Boden. Eine Hand legst du flach auf dein Brustbein.
2. Atme einmal tief aus. Länger als du einatmest. Einmal reicht.
3. Klopfe mit deiner freien, gespreizten Hand knapp unter dem Schlüsselbein - dein Daumen liegt auf der einen Seite, die vier restlichen Finger auf der anderen Seite jeweils in einer kleinen Verftiefung unter dem Knochen. Ruhiger Rhythmus, etwa 2-3x pro Sekunde..
4. Während du klopfst sagst du leise (innerlich oder laut), was dich gerade belastet, z.b: „Meine Unsicherheit“ oder „Mein innerer Stress“. Sprich das Gefühl ein paar Mal aus und beobachte, was passiert.
5. Klopfe für etwa 2 Minuten. Dann lasse deine Hände sinken. Vielleicht hast du das Bedürfnis, einmal tief durchzuatmen. Oder zu Seufzen. Dein Körper hat Spannung losgelassen.
Beobachte, ob sich etwas verändert hat. Nicht muss. Einfach beobachten.
Das ist ein Prozent von dem, was in einer Session möglich ist. Aber es gibt dir einen ersten Eindruck davon, was es konkret heißt, das Nervensystem direkt anzusprechen.
Einzelsession oder Startworkshop – was ist der richtige Einstieg?
Das bekomme ich regelmäßig gefragt. Hier meine ehrliche Antwort:
Eine Einzelsession ist das Richtige, wenn:
Du ein konkretes Thema mitbringst – ein Konflikt, ein wiederkehrendes Gefühl, eine Lebensphase, die dich belastet
Du spürst, dass „ein bisschen allgemein lernen“ dich nicht weiterbringt
Du individuelle Begleitung willst, keine Gruppenerfahrung
Der MET Startworkshop ist das Richtige, wenn:
Du MET erstmal kennenlernen möchtest, bevor du tiefer einsteigst
Du eigene Werkzeuge für den Alltag möchtest, die du zu Hause anwenden kannst
44 € ein leichterer Einstieg für dich sind als eine Einzelsession
Wenn du unsicher bist: Ruf mich an. Ich sage dir ehrlich, was aus meiner Sicht passt. Ein Kennenlerngespräch verkauft nichts. Es klärt nur, ob meine Arbeit zu dem passt, wo du gerade stehst.

Häufige Fragen
Ist MET Klopftechnik wissenschaftlich belegt?
Zu klopfbasierten Methoden (EFT, MET) gibt es eine wachsende Zahl an Studien, besonders im Bereich Stress, Angst und PTBS. Was ich in meiner Arbeit sehe, deckt sich mit dem, was Klientinnen beschreiben: dass sich Anspannung regulieren lässt, wenn man Körper und Aufmerksamkeit gleichzeitig anspricht. Eine Wundermethode ist das keine. Eine verlässliche ist es.
Wie viele Sessions brauche ich?
Das hängt davon ab, was du mitbringst. Manche Klientinnen kommen mit einem klar umrissenen Thema und brauchen drei bis vier Termine. Andere wünschen sich Begleitung über Monate. Ich halte nichts davon, Pakete zu verkaufen, bevor klar ist, ob wir überhaupt gut miteinander arbeiten.
Ersetzt deine Arbeit eine Psychotherapie?
Nein. Ich bin keine Psychotherapeutin und arbeite nicht klinisch. Wenn du in einer akuten psychischen Belastungssituation bist oder Symptome hast, die ärztlich abgeklärt gehören, ist Therapie der richtige Ort. Meine Begleitung kann eine Therapie sinnvoll ergänzen, nicht ersetzen.
Funktioniert MET auch online?
Ja, und oft überraschend gut. Ich begleite dich Schritt für Schritt durch den Prozess – die Klopfpunkte sind leicht zu finden, und die Arbeit ist im Online-Setting genauso tief. Viele meiner Klientinnen sitzen in Wien, Salzburg, München oder der Schweiz.
Wenn du das Gefühl hast, dass das hier für dich ist
Schreib mir, oder buch direkt einen Ersttermin. Ich melde mich in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
Nicht, weil du es unbedingt heute tun musst. Sondern weil das Aufschreiben einer Nachricht schon ein erster Ausstieg aus dem Unruhe-Zustand sein kann. Ein winziger. Aber ein echter.
→ Ersttermin buchen
→ MET Startworkshop ansehen
→ Kostenlose Atemgruppe auf Telegram



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