Ich weiß immer genau, was andere brauchen.
- 6. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Juli
„Was brauche ich eigentlich gerade? - Keine Ahnung.“
Ich glaube, wenn du das liest, bist du wahrscheinlich ebenfalls eine Frau mit dieser besonderen Fähigkeit:
Du merkst sofort, wenn es jemandem nicht gut geht.
Und du weißt sofort, was ein anderer Mensch um dich herum braucht.
Du weißt zum Beispiel, wenn du Mama bist, wenn dein Kind müde ist, obwohl es selbst sagt, dass alles passt.
Du hörst am Telefon an der Stimme deiner Freundin binnen Millisekunden, dass etwas nicht stimmt.
Du spürst vermutlich auch, was dein Partner gerade braucht, obwohl er kein Wort zu dir sagt.
Springst du auch bei der Arbeit selbstverständlich dort ein, wo gerade jemand Unterstützung braucht?
Kannst du grundsätzlich auch gut zwischen den Zeilen lesen?
Und was antwortest du, wenn du gefragt wirst:
"Und - was brauchst du gerade?"
Hier entsteht dann meistens eine längere Pause.
Stimmt’s oder stimmt’s?

Wie viele Jahre spürst du dich schon nicht mehr?
Es ist verrückt, aber irgendwie scheinen wir die Antwort auf die Frage „Was brauche ich gerade?“ nicht mehr zu kennen.
Obwohl diese Frage evolutionär betrachtet eine absolut grundlegende ist:
Sieh dir Babies an:
Sie melden sich SOFORT, wenn ein Bedürfnis unerfüllt bleibt.
Als Babies waren wir ganz fest mit unseren Körper-Bedürfnissen verbunden und spürten in der Sekunde, wenn sich etwas unangenehm angefühlt hat. Und wir reagierten im selben Moment und machten auf unser Bedürfnis aufmerksam.
Nach und nach geschah dann eine Art Anpassung:
Es könnte zum Beispiel sein, dass du als Kind gespürt hast, wenn Mama einen schwierigen Tag hatte. Dann hast du vielleicht gelernt, lieber brav zu sein, keinen Ärger zu machen, dich anzupassen und ihr nicht zusätzlich zur Last zu fallen.
Vielleicht war es in deiner Familie auch selbstverständlich, Rücksicht zu nehmen und zu funktionieren, weil das schon Generationen von Frauen vor deiner Mutter so gemacht haben.
Die Strategien aus deiner Kindheit waren nie falsch!
Egal, welche Strategie du als Kind gewählt hast (Anpassung, lieb sein, zuvorkommend sein, anderen ihre Wünsche von den Augen ablesen…) -
sie war damals eine gute Idee und ist nicht als falsch zu bewerten!
In deiner Kindeit hat diese Strategie dein Leben aus unterschiedlichen Gründen sicherer gemacht -
heute allerdings führt sie dich als Frau wahrscheinlich genau an den Punkt, an dem du zwar für alle anderen da bist, du dich selbst aber kaum noch wahrnimmst.
Während du also den Familienalltag organisierst, an Geburtstage denkst, Arzttermine schupfst, Jause richtest, Einkäufe erledigst, Elternabende und Arbeitsprojekte unter einen Hut bringst, zuhörst, tröstest und motivierst…
... ist die kleine Stimme in dir, die dich FÜHLEN lassen würde, was DU brauchst, immer leiser geworden.
Woran du merkst, dass du dich selbst aus dem Blick verloren hast
Lass mich ein paar Alltagssituationen aufzählen, die du vielleicht kennst:
Nein meinen, Ja sagen
Du freust dich auf einen freien Nachmittag. Kurz vorher fragt jemand, ob du helfen kannst. Eigentlich wolltest du einfach einmal NIX tun. Und dennoch hörst du dich sagen: „Ja, natürlich.“
Der „Klassiker“: am Abend bist du dann erschöpft und gleichzeitig ärgerst du dich über dich selbst.
Nur noch..., dann gönn ich mir was
Du hast eigentlich seit zwei Tagen Kopfschmerzen. ABER du denkst dir: "Ich muss nur noch schnell …, aber dann.“
Das „Dann“ bedeutet konkret: erst, wenn alles erledigt ist, wirst du dich ausruhen. Aber wie du weißt, kommt dieser Moment selten bis nie.
Ich kann mich nicht entscheiden
Eine Frau erzählte mir kürzlich, dass sie im Restaurant immer ewig braucht, um etwas auszusuchen. Und das hat nichts mit der Größe der Speisekarte zu tun, sondern mit dem fehlenden Kontakt zu sich selbst und zu dem, worauf sie eigentlich Lust hätte.
Mein Lieblingsbeispiel: der Guten-Morgen-Kaffee
Du machst für alle Frühstück. Der Kaffee für deinen Partner steht auf dem Tisch, alle Jausenboxen sind fertig gemacht, die Kinder sind versorgt.
Dein eigener Kaffee steht inzwischen kalt auf der Arbeitsplatte.
Medien & Social Media - Suchtpotential auch für Erwachsene
Endlich hast du Ruhe, weil deine Kinder selig schlafen. Du hast noch schnell die Küche aufgeräumt und lässt dich seufzend aufs Sofa fallen. Juhu!
Und während du in dir die Frage aufkommen spürst: "Was möchte ICH jetzt eigentlich machen?"
… hängst du schon schwupps am Handy.
Das sind alles so kleine Situationen, die die ganz große Geschichte erzählen.
Wie komme ich wieder dorthin, zu verstehen, was ich brauche?

Das ist in der Tat DIE Frage, mit der die meisten Frauen zu mir kommen - ohne, dass es ihnen bewusst ist ;-)
Vordergründig kommen Frauen eher mit Themen wie:
Innerer Unruhe.
Erschöpfung.
Gereiztheit.
Dem Gefühl, ständig unter
Strom zu stehen.
Tränen, bei denen frau selbst gar nicht genau weiß, warum
sie plötzlich kommen.
Überlasteter Körper und Nervensystem.
Viele Frauen glauben nämlich, sie hätten einfach keine Bedürfnisse.
Aber das stimmt nicht!!
Wir haben nur über viele Jahre gelernt, sie zu überhören und zu unterdrücken.
Der Körper macht das übrigens recht lange mit, aber irgendwann beginnt auch er, sich bemerkbar zu machen.
Erste Schritte für dich:
Wichtig ist für dich erstmal:
Es ist ein guter Start, zumindest einmal zu WISSEN, dass du dich dir selbst wieder mehr zuwenden darfst, dass Pausen wichtig wären, dass dir Grenzen guttun würden und dass du nicht für alles verantwortlich bist.
Auch, wenn Wissen allein noch nicht ausreicht, um das in der Tiefe zu verändern, ist es einfach der erste Schritt, wieder mehr Bewusstsein für dich aufzubauen.
Manchmal helfen uns dafür einfach kleinere oder größere Krisen, um uns dieser Tatsache wieder bewusster zu werden.
Und dann beginne damit, dich mehrere Male am Tag zu fragen:
Was brauch ich gerade?
Was ist mein Bedürfnis?
Am Anfang wirst du wahrscheinlich nicht sofort klare Antworten darauf haben.
Das ist voll ok!
Stelle dir die Frage trotzdem - du musst ja die Jahre nachholen, in denen du sie dir NICHT gestellt hast ;-)
Es geht jetzt mal darum, wieder neugierig auf dich zu werden. Auf die Bedürfnisse deines Körpers. Deinen wunderbaren Körper wieder wahrzunehmen.
Zu merken, wann etwas zu viel wird und WAS genau zu viel wird.
Zu spüren, was dir guttut:
Was möchte ich essen bzw. trinken?
Möchte ich schlafen oder noch aktiv sein?
Möchte ich Nähe oder für mich sein?
Möchte ich Ruhe oder Bewegung?
Möchte ich mich in die Natur begeben?
Möchte ich den blauen oder den gelben Spielstein vom Brettspiel?
Möchte ich ein Bad nehmen oder Duschen?
Möchte ich das Kleid oder die Hose anziehen?
Möchte ich den Termin wahrnehmen, oder eigentlich nicht?

Charlotte’s Super-Geheimtipp für das Erspüren eigener Bedürfnisse:
Hier kommt jetzt noch mein exklusiver Geheimtipp:
Wenn du etwas gefragt wirst, dann sag innerlich erst einmal „NEIN“ dazu.
Leise, nur für dich.
Lass dir einen Moment Zeit zu antworten, weil dein System ja darauf trainiert ist, sehr schnell „JA“ zu sagen. Einmal „Ja“ gesagt ist es schwieriger, wieder zurückzurudern, als erstmal innerlich zu verneinen, durchzuatmen, dich zu spüren und erst DANN eine Antwort zu geben.
Sag innerlich immer erst mal "NEIN"!
Wer sagt eigentlich, dass du immer sofort die Antwort parat haben musst?
Vertrau mir - die meisten Anfragen haben ganz sicher ein paar Atemzüge lang Zeit, um beantwortet zu werden.
So entlastest du dein angespanntes Nervensystem, nimmst dich aus dem Zugzwang und übst dich darin, gesunde Grenzen zu setzen:
„Ich nehme mir einen Moment Zeit und gebe dir dann bescheid!“
Hättest du dabei gerne Unterstützung?
Das MET Klopfen kann in solchen Prozessen eine wunderbare Unterstützung sein. Denn häufig lösen wir dabei nicht nur deinen aktuellen Stress, sondern auch die alten Muster, die dazu geführt haben, dass du andere Menschen so lange wichtiger gemacht hast als dich selbst.
Schau dich gerne einmal bei meinen Einzel-und Gruppenangeboten um und melde dich gerne jederzeit, wenn du Unterstützung möchtest!



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