Deine Kindheit hatte ihre Zeit. Sie muss nicht auch noch deine Gegenwart bekommen.
Es ist schon verrückt...
Du bist 42 Jahre alt, hast vielleicht zwei Kinder, einen Job, einen Mann, ein Haus, einen Hund, eine Katze oder wenigstens einen Wäscheberg, der zuverlässig dafür sorgt, dass dir nicht langweilig wird.
Und dann sagt deine Mutter EINEN Satz.
Und du bist wieder 12.
Ich kenne gar nicht wenige Frauen, die selbst mit Ü60 noch immer nicht gerne mit ihrer Mutter telefonieren, geschweige denn sie besuchen, weil es immer ein unangenehmes Gefühl auslöst!
Oder: dein Mann zieht sich zurück.
Eigentlich ist er einfach nur müde und möchte seine Ruhe haben.
In dir läuft aber längst ein ganz anderer Film ab:
"Was ist los?"
"Ist er sauer?"
"Hab ich was falsch gemacht?"
"Warum redet er nicht mit mir?"
Kennst du diese oder ähnliche Gedankenschleifen von dir?
Oder: dein Kind schreit:
„Du bist so gemein!“
Und du weißt natürlich, dass Kinder solche Dinge sagen.
Trotz allem trifft dich dieser Satz ganz tief.
Es geht nämlich um D I C H und gar nicht mehr darum, dass dein Kind heute keine zweite Stunde mehr am Tablet bekommt:
"Bin ich eine gute Mutter?"
"Mache ich alles falsch?"
"Warum bekomme ich das nicht besser hin?"
„Warum ploppt dieser alte Scheiß eigentlich immer noch auf?“

Diese Frage stellte mir zuletzt eine Frau am Anfang einer 1:1 Begleitung. Es ist ihr größter Wunsch, nicht mehr ständig gegen "alten Sch..." ankämpfen zu müssen.
Ich sagte ihr, was ich dir hier jetzt schreibe:
Die ersten 50 Lebenjahre etwa funktionieren gerade Frauen mehr oder weniger gut durchs Leben und können mithilfe ihres Anpassungsmodus einiges recht gut wegpacken und verdrängen.
Danach aber - auch bedingt durch hormonelle Umstellungen - drängt alles an die Oberfläche. Keller voll, sozusagen.
Wenn du Emotionen als Wasser sehen würdest, trifft in dem Fall
Ü B E R F L U T U N G zu.
Immer mehr Frauen reagieren mittlerweile schon früher und beginnen, ihre Kellerabteile zu sichten.
Fakt ist einfach: irgendwann holt dich "der alte Scheiß" ein, der in dir gebunkert ist und sehnlichst darauf wartet, von dir liebevoll in Empfang genommen zu werden.
Wir nennen das auch Innere Kind Anteile.
Ich arbeite jetzt seit etwa 15 Jahren mit Frauen, die schon wirklich viel "gemacht" haben.
Frauen, die ihre Geschichte kennen.
Frauen, die zum Beispiel längst wissen, dass Mama emotional nicht verfügbar war.
Und dass Papa nie wirklich gesehen hat, was sie gebraucht hätten.
Sie wissen, dass sie früh funktionieren mussten.
Frauen, die gelernt haben, lieb zu sein, keinen Ärger zu machen, sich anzupassen oder für die Stimmung anderer verantwortlich zu sein.
Sie alle haben verstanden, woher ihre Muster kommen.
"Roger. Habe verstanden." ;-)
Und trotzdem sitzen sie dann wieder da, an diesen Punkten:
Getriggert.
Wütend.
Verletzt.
Mit einem Kloß im Hals.
Oder nachts um halb zwei hellwach und mit einem Gespräch im Kopf, das seit fünf Stunden vorbei ist.
Also nochmal zurück zu der Frage:
"Wann ist dieser Mist endlich erledigt?"
Ich kann und muss und darf es immer wieder sagen: Verstehen alleine reicht leider oft nicht.
Du kannst dir hundertmal sagen:
„Mein Mann ist nicht mein Vater.“
Super erkannt.
Und trotzdem kann sich sein Rückzug in deinem Körper verdammt ähnlich anfühlen wie früher.
Du kannst wissen, dass dein Kind dich liebt.
Und trotzdem kann sein „Geh weg!“ genau dort landen, wo seit deiner eigenen Kindheit ein Gefühl sitzt, das ungefähr klingt wie: "Ich bin nicht wichtig."
Du kannst wissen, dass du heute Nein sagen darfst.
Und trotzdem zieht sich in dir alles zusammen, sobald jemand enttäuscht von dir ist.

Muss ich jetzt meine ganze Kindheit bis zum 87. Lebensjahr aufarbeiten?
Bitte nicht.
Ich mag diese Vorstellung überhaupt nicht, dass wir ein lebenslanges Sanierungsprojekt sind.
Dass irgendwo immer noch eine Wunde lauert, die wir dringend finden und bearbeiten müssen.
Es geht darum, zu L E B E N...
und zwar richtig genussvoll!
Das ist zumindest mein Wunsch an mein Leben und all die Menschen, die es mir erlauben, sie zu begleiten. Und dafür nutze ich folgendes Rezept:
Wir dürfen unsere Trigger (er)kennen und aus ihnen erwachen. So wird unser Leben bunter, freudiger und freier.
Dein Kopf hat die Sache ja längst kapiert!
Der Rest von dir hinkt eben manchmal ein bisschen hinterher.
Weil wir eben zum Glück nicht nur mit unserem Kopf durchs Leben laufen.
Unser Körper merkt sich verdammt viel!
Und deshalb reicht manchmal nur ein Blick, ein Tonfall, ein Rückzug, eine Kritik – und etwas Altes ist wieder da.
Als Gefühl im J E T Z T.
Ich möchte wirklich nicht aus jedem Konflikt ein Kindheitsthema machen.
Aber manchmal lohnt es sich wirklich, genauer hinzuschauen:
Vor allem dann, wenn deine Reaktion viel größer ist als das, was gerade passiert.
Wenn dich etwas stundenlang beschäftigt.
Wenn du immer wieder in denselben Situationen landest.
Wenn du bei bestimmten Menschen innerhalb von Sekunden eine Version von dir wirst, die du eigentlich gar nicht sein möchtest.

Es könnte sein, dass da gerade mehr am Tisch sitzt als die erwachsene Frau von heute.
Ein Beispiel aus dem ganz normalen Familien(Wahnsinn)Alltag:
Deine Tochter motzt dich an.
Du hast ohnehin schon einen langen Tag hinter dir.
Du hättest eigentlich nur die Bitte an sie, dass sie ihre Schuhe wegräumt...
... und dann verdreht sie die Augen.
In dir explodiert es. Du wirst laut.
Viel lauter, als du eigentlich wolltest.
Später tut es dir natürlich irrsinnig leid und du bist total irritiert, weshalb dich dieses einfache Augenverdrehen dermaßen auf die Palme bringt?!
Ideen:
Vielleicht durftest du selbst als Kind nicht widersprechen?
Vielleicht war „frech sein“ gefährlich?
Vielleicht musstest du gut und emotionslos funktionieren?
Vielleicht hättest du dir niemals erlaubt, mit deiner Mutter so zu sprechen?
Wenn dann deine Tochter etwas macht, was du dir selbst nie erlauben durftest, dann RE-AGIERT dein System und du landest unter anderem im körperlichen Alarm-Modus.
Genau das macht Trigger so tricky...
Es fühlt sich nämlich nicht an wie:
„Ach, interessant. Hier zeigt sich gerade eine alte Erfahrung aus meiner Kindheit.“
Wäre praktisch. 😄
Es fühlt sich halt leider WAHR an.
In diesem Moment IST dein Mann lieblos.
IST dein Kind undankbar.
IST deine Mutter unmöglich.
IST die Kollegin gegen dich.
Und natürlich kann es sein, dass dein Gegenüber tatsächlich gerade deppert ist.
Auch das gibt es.
Die einzig interessante Frage ist ja: wie gehst du jetzt am besten mit dir in solchen Situationen um?
Was mache ich, wenn ich getriggert bin?

Du stellst mal NICHT die Frage: "Wie schaffe ich es, nie wieder getriggert zu sein?"
Ich wünsche mir, dass die Frauen, die zu mir kommen, wieder leben und ihr Leben in allen Facetten genießen.
Lachen.
Sich ärgern dürfen.
Sich verlieben.
Blödsinn machen.
Mit ihren Kindern streiten und sich wieder versöhnen.
Tiefe, Nähe und Verbindung zu ihren Partnern erleben.
Und ja, manchmal auch getriggert sein.
Frage dich:
Merke ich überhaupt, dass gerade etwas Altes übernimmt?
Kann ich kurz stoppen und 1x durchatmen?
Kann ich meinen Körper wieder beruhigen, indem ich ein paar Momente lang meine Thymusdrüse klopfe und atme?
Kann ich fühlen, was darunter liegt? Diese unangenehmen Gefühle löst du dann mit MET Klopfen gezielt auf.
Kann ich bei mir bleiben, obwohl mein Gegenüber gerade nicht so reagiert, wie ich es gerne hätte?
Und kann ich danach vielleicht etwas anders machen als die letzten 25 Jahre?
Dieses "anders sein" ist in den meisten Fällen winzig, kann aber einen großen Unterschied machen!
Du schreist nicht zurück...
Du schreibst die WhatsApp nicht sofort...
Du rufst deine Mutter nicht trotzig an, um dich zu rechtfertigen...
Du rennst deinem Partner nicht hinterher und keifst ihn an...
Du sagst deinem Kind: „Ich bin gerade richtig wütend. Ich brauche kurz.“
Alleine zu merken:
"Ui - das kenne ich!
ist schon so viel!!
Denn das Alte darf noch auftauchen.
Das finde ich wichtig.
Vielleicht wird deine Mutter auch mit 80 noch einen Satz sagen können, bei dem du kurz innerlich die Augen verdrehst und denkst:
"Ernsthaft, Mama?"
Vielleicht wird dein Partner auch nach 20 Jahren noch einen Knopf finden.
Vielleicht werden deine Kinder sowieso immer wieder neue entdecken. 😄
Aber zwischen
„Da ist mein alter Schmerz“
und
„Mein alter Schmerz übernimmt jetzt den Laden“
liegt ein riesiger Unterschied. Das sind zwei Welten!
Eine vollkommen triggerfreie Zukunft ist für mich Utopie. Die Frage, um die es geht, ist, wie du mit dir selbst umgehst.

Deine Kindheit hatte ihre Zeit.
Sie war vielleicht oft wunderschön.
Vielleicht war sie auch phasenweise schwierig.
Vielleicht war vieles gut und herzlich und manches hat trotzdem wehgetan.
Vielleicht hattest du Eltern, die ihr Bestes gegeben haben – und dieses Beste hat an manchen Stellen trotzdem nicht gereicht.
Du musst niemanden zum Bösewicht machen, um anzuerkennen, was dir gefehlt hat.
Und du musst auch nicht so tun, als wäre alles längst erledigt, nur weil du erwachsen bist.
Es darf einfach etwas Neues beginnen:
Du darfst merken, wann etwas "alt" ist und zu deiner Geschichte gehört. Und wie lange ein alter Schmerz heute noch bestimmen darf, was du tust.
Auch alter Schmerz ist ein Gefühl, das sich sehr gezielt und präzise mithilfe der MET Klopftechnik lösen lässt, sodass du wieder durchatmen kannst.
Das sind im Übrigen keine Kleinigkeiten.
Das ist dein Leben, das langsam wieder dir gehört.
Deine Kindheit hatte ihre Zeit.
Sie darf ihre Spuren hinterlassen haben.
Aber sie muss nicht auch noch deine Gegenwart bekommen.
Wünscht du dir jemanden an deiner Seite, der mit dir gemeinsam hinschaut?
Genau da begleite ich dich:
Wir schauen gemeinsam hin, wenn alte Geschichten immer wieder in dein heutiges Leben hineinfunken. Wir arbeiten mit dem, was dein Kopf schon längst verstanden hat und dein Körper noch immer festhält.
Damit du dir nicht noch weitere Jahre dieselben Knöpfe drücken lässt.
Wenn du spürst, dass du dir dabei Begleitung wünschst, melde dich bei mir. Dann schauen wir gemeinsam, was für dich gerade passt.
Schau dich auch gerne bei meinen Einzel-und Gruppenangeboten um!



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